Geschichte – Wachstum in Europa 19. Jh.

Die TULA II 1912

Dank eines cleveren Visionärs entwickelte sich DFDS in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem Big Player im nordeuropäischen Seehandel. Doch damit nicht genug: Geschäftsführer Tietgen streckte die Fühler weiter aus. Erfolgreiche Handelsrouten in Skandinavien und ins Baltikum waren erst der Anfang: Seine Expansionspläne erstreckten sich über Mittel- und Südeuropa bis ans Schwarze Meer und über den großen Teich nach Amerika.

Russland als Wirtschaftsmacht

DFDS Gründer Tietgen verfolgte die wirtschaftliche Entwicklung in und um Europa mit Argusaugen. So entging ihm nicht, dass in den 1870er Jahren Russland zu einer erfolgreichen Wirtschaftsmacht empor wuchs. Eine Überproduktion an landwirtschaftlichen Erzeugnissen, vor allem Getreide, veranlasste Russland zu verstärkten Exportanstrengungen – hier konnte DFDS mit Expertise und Erfahrungen punkten. Tietgen erkannte das Potenzial der Handelsbeziehung zu Russland sofort und veranlasste kurzfristig den Bau weiterer Frachtschiffe, um dem ansteigenden Gütertransport von Russland nach Skandinavien und Großbritannien gerecht zu werden.

1876 gelang ihm ein besonders erfolgreicher Coup: Tietgen verhandelte erfolgreich ein Abkommen mit der russischen Eisenbahngesellschaft. Das russische Schienennetz verlief fortan bis zum Hafen in Libau (heute Liepaja in Lettland), wo die Ware direkt vom Güterwaggon ins Schiff geladen werden konnte. Ein enormer Vorteil: Vom Konkurrenzhafen in Königsberg in Preußen (heute Kaliningrad in Russland) mussten die Waren zunächst auf europäischen Schienen transportiert werden, um anschließend auf Waggons der russischen Eisenbahn mit anderen Schienenmaßen verladen zu werden. Die starken Handelsbeziehungen zu Russland schlugen sich damals übrigens sogar in den Namen der Schiffe auf der Route nieder: LEOPOLD II, NISHNIJ NOVGOROD oder MOSKOV sind nur einige der Schiffe in der Flotte mit russischen Namen.

Die LEOPOLD II

Expansion in Deutschland und an der Ostsee

1885 positioniere sich DFDS auch strategisch als Geschäftspartner an der deutschen Küste. Güter, die aus Südamerika, Indien oder Australien nach Nordeuropa kamen, wurden von deutschen Häfen aus weiter Richtung Skandinavien oder nach Russland transportiert. Die Übernahme eines Unternehmens für Binnenschifffahrt auf dem Rhein gewährleistete außerdem die Verschiffung von Gütern über den Rhein bis in die Ostsee und nach Antwerpen. Als 1895 der Nord-Ostsee Kanal bei Kiel feierlich eröffnet wurde, konnte DFDS auch seine Route zwischen Hamburg und Kopenhagen weiter ausbauen.

Routen über das Mittelmeer oder „von Russland nach Russland“

Bereits 1883 fuhren 6 Frachtschiffe im Einsatz für DFDS zwischen Häfen im Mittelmeer hin und her. Italienische Häfen wurden somit mit Antwerpen und der Ostsee verbunden. Auch Lissabon und Le Havre wurden von DFDS Frachtschiffen angesteuert. Ein weiterer „Deal“ mit Russland brachte DFDS noch vollere Auftragsbücher: Um die Binnenwirtschaft anzukurbeln, verhängte Russland hohe Zölle auf Importgüter. Allerdings gab es keine Bahnverbindung, um die Getreideerzeugnisse aus dem Süden des Landes in den Norden zu bringen: Hier konnte DFDS helfen. Mit Frachtschiffen wurden die Güter quasi von Russland nach Russland transportiert – über den Seeweg, aber ohne das Passieren von „Landesgrenzen“.

Schiffsabfertigung um 1900

Dann kam der Krieg

Fast 50 Jahre friedlicher Handel und wachsende Wirtschaft erlebte Europa in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts – bis es zum Ausbruch des Krieges kam. Handelsbeziehungen wurden abgeschnitten, Schiffe versenkt, Häfen zerstört. DFDS Gründer Tietgen erlebte den Ausbruch des Krieges nicht mehr: Er starb bereits 1896 an einem Herzinfarkt. Noch heute ist Tietgen eine bekannte Persönlichkeit in Dänemark. In der Nähe des Kopenhagener Doms befindet sich eine Statue des DFDS Gründers und die Tietgensgade führt vorbei am Tivolipark durch die Innenstadt Kopenhagens.

Handelsstadt Kopenhagen um 1900

Wie es mit DFDS nach dem Krieg weiter ging und welche Herausforderungen es zu meistern galt, erfahrt ihr im nächsten Beitrag zur Geschichte von DFDS.

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. DFDS Linie fährt erstmalig im Mittelmeer nach Tunesien. Da wollten wir dabei sein im Urlaub. Reise nach Tunesien mit Hotel am Strand von SUSSE gebucht.Mit Auto und Kinder Ankunft im Hafen von Genua. Aufruf: ca 12 Familien, bitte melden,unser Name war dabei.Im Hafenbüro teilte man uns mit,das unser Hotel überbucht sei und wir dort nicht hin können… vor ca.50 Jahr war der Tourismus noch nicht so eingefahren in Tunesien und die Hotels bekamen Bonuszahlungen wenn gut gebucht,also man nahm jede Buchung an.hotel war also überbucht
    Angebot war hotels in Tunis ,Diverse Hotels im Angebot,Meine Wahl war das HILTON,mit eigenen Auto problemlos an irgend einen Strand zu fahren. !Weitere 6 Familien buchten auch dort mit ein. Ankunft im Hilton, bitte warten..die Zimmer sind noch nicht frei. Nach einer Stunde warten fingen meine Kinder an zu weinen und ich ging zur Reception ,war erregt .
    Verständsnisvolles Angebot:“Wir haben nur im Moment die Suite sofort frei,wenn Sie die wollen ???“ Ich sagte sofort zu ohne nach den Kosten zu fragen.Wir hatten Halbpension gebucht im Reisebüro. Ein Boy kam mit Gepäckwagen und wir folgten. Oben im Hotel war unsere Unterkunft.
    kaum zu glauben :2 Schlafzimmer Mittelzimmer mit Bad,und 1Esszimmer. Es war die Präsidenten Suite!!! Wir mit unserer Urlaubskasse hier ???
    Am Abend in der Bar unsere anderen Familien waren gut auf diverse Zimmer verteilt und konnten nicht glauben ,was uns passiert ist.
    Am nächsten Morgen klopfte es an der Tür,unser Frühstück kommt aufs Zimmer. Es rollte herein ein Boy mit einen großen,feinstgedeckten,Rund-Tisch. Edles Silber waren die Kannen und Schalen..der Tisch wurde jedoch noch vergrößert durch aufklappbare Teile.Als Frühstück gab es so Alles war ein Staatsgast so wünscht. 1000 und eine Nacht für meine Familie .
    Wenn ich von besten Angeboten rede,kann ich nur untertreiben.Allein an Obst,Säften MarmeladenEiern,Wurst und div.Schinkensorten,Käse und Brötchen, alles von bester Qualität.In Riesen-Auswahl!
    Was ist geschehen? Haben wir schon mit der einen Nacht unsere Reisekasse aufgebraucht? Langsam bekam auch Ich Sorgen…..
    Vorsichtig fragte ich an der Reception nach,wie eigentlich die gebuchte Halbpension abgerechnet wird? Nach Personen-Bonus..jede Person erhält Punkte, die beim Essen etc. verrechnet werden können.Da auch
    unser Kinder die volle Punktzahl bekommen haben waren wir gut raus.
    Für die Suite war kein besonderer Aufschlag vorgesehen und so konnten
    wir Urlauben wie Gott in Frankreich. Ungläubig waren unsere anderen Familien,die normalen Hotelservice erlebten.Die Bemerkung,das die
    Schlußrechnung uns voll treffen wird, raubte uns nicht die Hochstimmung.Am letzten Tag war Abschied zu nehmen vom Hilton-Taub in Tunis. Keine hohe Nachforderung trübte unsere Erinnerung an die
    fantastische Reise mit DFDS. D a n k e auch noch nach so langer Zeit.

    • Lena Gilster

      Hallo Herr Limmer, wow das ist schon sehr lange her, dass wir diese Passagierlinie betrieben haben – wann war denn Ihre Reise? Vielen Dank für das Teilen dieser spannenden Erinnerung! Alles Gute und viele Grüße, Lena von DFDS

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