Weihnachten in Litauen

Weihnachten in Vilnius, Litauen © Lithuania Travel

Wenn wir an Weihnachten denken, dann dreht sich wohl alles um Weihnachtsmärkte, Glühwein und Lebkuchen in der Adventszeit und um Gedichte, Weihnachtsmann und Gänsebraten an Heiligabend. Doch wie feiert man eigentlich Weihnachten in Litauen? Welche Bräuche gibt es dort? Wir nehmen Euch mit auf eine kleine Weihnachtsreise.

Schneebedeckte Dörfer und festlich geschmückte Häuser in einer glitzernden Winterlandschaft – im eher ländlich geprägten Litauen hat Weihnachten noch viel von seinem ursprünglichen Charme bewahrt und statt Shopping-Marathon und Geschenke-Jagd stehen Besinnlichkeit und Ruhe im Mittelpunkt der Weihnachtszeit. Auch der Advent hat in Litauen seine frühere Bedeutung beibehalten: In der vierwöchigen Fastenzeit werden die kalorienreichen Leckereien aus Schokolade und Lebkuchen im Gegensatz zu Deutschland meistens verschmäht.

Heiligabend – ein Fest der Gastfreundschaft

Weihnachten in Litauen ist sehr von religiösen und heidnischen Bräuchen geprägt. Der Heilige Abend, auch „Kucios“ genannt, ist der Höhepunkt der Festlichkeiten. Sobald es draußen dunkel wird und die ersten Sterne zu sehen sind – in Anlehnung an den Stern von Bethlehem – kommt die ganze Familie zusammen. Das traditionelle litauische Weihnachtsessen besteht aus 12 Speisen, diese stehen symbolisch für die 12 Apostel. Typische Speisen an diesem Abend sind Heringsalat, Kartoffelsalat, Rote-Bete-Suppe, Pilze, Aspik, Fisch, Heiligabend-Kekse, Nüsse und Äpfel. Dazu gibt es ein Getränk aus Moosbeeren. Erst am nächsten Tag, mit dem Ende der Fastenzeit, kommt auch reichlich Fleisch auf den Tisch.

Die große Gastfreundschaft der Menschen in Litauen zeigt sich in der sehr schönen Tradition, immer einen Platz beim Weihnachtsessen freizuhalten: Entweder für ein im vergangenen Jahr verstorbenes Familienmitglied oder aber für unerwarteten Besuch. Oft werden auch Bedürftige zum Essen eingeladen, damit der Familie das Glück im neuen Jahr gewogen bleibt. Die Reste des Weihnachtsessens werden in Litauen nicht abgeräumt, sondern bleiben bis zum nächsten Morgen für die Seelen der Verstorbenen auf dem Tisch stehen – eine Tradition, die die tiefe Verwurzelung mit heidnischen Bräuchen deutlich macht.

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Litauische Bräuche an Weihnachten

Fester Bestandteil des litauischen Weihnachtsfestes ist außerdem das gemeinsame Strohhalmziehen. Hierfür wurde bereits vor dem Essen unter dem Tischtuch Stroh ausgelegt, in Anlehnung an die Krippe der Weihnachtsgeschichte. Jeder am Tisch zieht blind einen Halm hervor und kann daraus erste Vorhersagen für das neue Jahr treffen: lange, dicke Halme versprechen ein gutes Jahr, dünne oder zerbrochene Halme gelten hingegen als ein schlechtes Vorzeichen.

Auch in Litauen dürfen Klein und Groß sich auf Weihnachtsgeschenke freuen, die übrigens genau wie hier vom Weihnachtsmann gebracht werden. Sie müssen sich jedoch ein wenig länger gedulden, da Geschenke erst nach dem Besuch der Mitternachtsmesse ausgepackt werden dürfen. So geht der Heilige Abend meist in eine lange Nacht über, in der die Familie zusammen sitzt und Zeit miteinander verbringt. Denn nach dem litauischen Glauben wird das kommende Jahr so wie der Heiligabend – und wer möchte da nicht Freude, Glück und Ruhe teilen?

Kathedrale in Vilnius zur Weihnachtszeit © Lithuania Travel

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